25 Januar 2009

Maßlos ausgemessen

Samstag war Schneidertag. Indisch-pünktlich um kurz nach 11h bin ich mit meiner Kollegin losgezogen, um beim Schneider die erforderlichen Stoffmaße für meine Wünsche einzuholen und erstmal vor verschlossener Türe auf den Schneider zu warten, der meinte, ab halb 11h wäre er da. Verdenken kann man´s ihm nicht, schließlich war ja Samstag.

Im Stoffladen dann habe ich die Sitzbänke zu schätzen gewusst. Während also ein Stoff nach dem anderen aus den Regalen gezogen und vor uns auf der Stoffausbreitebühne der Angestellten ausgebreitet wurde, wir kritisch jeden einzelnen befühlt und begutachtet haben und mit jedem weiteren Stoff die Auswahl schwieriger und meine Wünsche unkronkreter wurden, haben sich die Kunden neben mir auf der Bank rege am Fühlen und Begutachten beteiligt und immer wieder nachgefragt, wofür wir denn was wohl benutzen wollen. Nach eineinhalb Stunden haben wir schließlich das Geschäft des Tages für den Laden abgeschlossen und sind mit 2 dicken Tüten an feinen Stoffen zurück Richtung Schneider spaziert. Der hat sich ein bisschen geärgert, dass ihm der Stoffzuschlag entgangen ist, aber dafür ist er jetzt gut mit Arbeit eingedeckt und nach Messen an allen möglichen Stellen und Erklären, wie das Ganze aussehen soll, gibt es eine lange Liste auf meinem Bestellschein: 2 Hosenanzüge, 3 Hosen, ein Salwar Kamis (diesmal mit Hose, aber trotzdem auch in Deutschland anziehbaren Oberteil – der Stoff war so schön und ich brauche noch ein Faschingskostüm ;-)) und 2 Kleider für meine Schwester.

Am Samstag kommt ein Fahrer mit den bis dahin fertigen Sachen zur Anprobe in die Firma und ich fühle mich unglaublich dekadent ob der langen Liste. Außerdem muss ich jetzt erstmal wieder Rupien abheben ;-) [Für den Preis in Gesamtsumme bekommt man in Deutschland gerade mal einen Hosenanzug, wenn er günstig ist und man Glück hat]

Vom Schneider bin ich genau rechtzeitig wieder gekommen, um mir im Büro eine Banane zu schnappen und meine Sachen zusammen zu packen; dann gings auch schon nach Delhi. Aber das ist eine andere Geschichte und die könnt ihr im nächsten Eintrag nachlesen…

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

wieso musst du dein studium beenden, um urlaub in bangkok machen zu können? das geht auch als student, dann musst du wenigstens niemandem erklären, warum du arbeitlos durch die weltgeschichte reisen kannst...

Anonym hat gesagt…

haha, das sagt gerade die richtige... :-P

Anonym hat gesagt…

das ist eiskalt durchkalkuliert: studium nicht rechtzeitig fertig --> studiengebühren fürs nächste semester bezahlen.
studium rechtzeitig fertig --> studiengebühren zurück bekommen und davon flugticket bezahlen = urlaub (fast) inklusive. und dann gibt es da noch so softgründe wie "mit gedanken zu prüfungen im hinterkopf lässt es sich nicht so schön urlaub machen"... aber das kennen wir ja schon :p

Anonym hat gesagt…

was ich dir nie(!) empfehlen würde:

nach einem roggenbrot mit einer unangemessen dicken schicht reifem camembert (z.b. "le rustique" - eigentlich saulecker) nennenswerte mengen gazpacho zu trinken. der eindruck der kumulierten geschmacksrichtungen geht ganz stark richtung kotze! hab jetzt schnell ne merguez auf den grill geschmissen und hoffe dass diese schnell fertig ist, sonst kann ich nicht ausschließen, dass es ekelig wird...

Anonym hat gesagt…

neue idee: die studiengebühren kannst du dir neuerdings sparen, wenn du 2 geschwister hast - jetzt fehlt dir nur noch das zweite geschwisterkind...

Anonym hat gesagt…

hat merguez geholfen?? interessante taktik!