Hier kommt eine kleine Reihe an Eindrücken, die ich gestern niedergeschrieben habe.
Heute Morgen habe ich überlegt, wie lange ich denn nun schon hier bin. Allein, dass ich überlegen musste, hat mich ein wenig stutzig gemacht. Aber nach längerem Nachdenken bin ich darauf gekommen, dass das mein 3. Tag hier ist. Wenigstens bis drei zählen kann ich also noch…
Und wie heißt es so schön? Aller guten Dinge sind drei… Tadaaa, ich habe ein neues Zimmer! „Deluxe rroom, ma´m, tiss is deluxe rroom!“ hat mir mein entnervter Kofferträger gesagt als er endlich aus meinem neuen Zimmer verschwunden ist. Naja, deluxe ist da so ne Sache, ne?! (Im Moment bohren sie übrigens neben mir. Ich frage mich, was die da machen.) Aber es ist zumindest gemütlicher als in meinem alten Zimmer, es gibt einen Kühlschrank und die Flecken auf meinen Bettlaken sehen ausgewaschen aus. So, von vorne: Ich komme also ins Hotel und kriege einen neuen Schlüssel in die Hand gedrückt. „Super!“ denke ich, denn das bedeutet der ersehnte Umzug. Nun gehe ich aber ins neue Zimmer und das ist leer. Also zurück zur Rezeption, um zu erklären, dass meine Sachen noch im alten Zimmer sind und ich die holen soll. Irgendwie spreche ich aber so unverständlich, dass die Frau die ganze Zeit einfach nur versteht, dass ich in 303 anrufen will (meine alte Zimmernummer). Sie ruft also an und beteuert mir, dass da niemand ist. Ich: „Ich weiß! Da war ja auch ich drin! Und jetzt sind meine Sachen da drin!“ Naja, sie versteht, dass ich aber dringend den Menschen da drinnen sprechen will und geht hoch um nachzuschauen, dass da auch wirklich niemand in dem Zimmer ist. Welch Wunder… Ich versuche drei anderen Menschen klar zu machen, dass ich einfach nur meine Sachen brauche. Nicht so einfach sag ich euch! Einer davon Herr Kofferträger. Irgendwann werde ich dann zu einem gelotst, der mein Englisch versteht und den anderen erklärt. Also kommt Herr Kofferträger mit in mein altes Zimmer, in dem mich ein frisch bezogenes Bett mit sauberen Laken auslacht *grrrrr*, und geht erst wieder, als ich ihm 5x hoch und heilig beteuere, dass ich die Rezeption unter der Nummer 9 anrufen werde, damit er hochkommen kann und meine Koffer runterträgt, wenn ich sie gepackt habe. Also gut, dann mache ich das und gehe mit gepackten Koffern und Herrn Kofferträger in mein neues Zimmer, in dem er mir sämtliche Schalter erklärt. Ja, ich weiß doch schon längst, wie man warmes Wasser bekommt! Theoretisch… Aber noch nehme ich alles mit Humor. Lachen ist gesund ;-)
Zwischen diesem ganzen Hin und Her habe ich drei weitere Deutsche und einen Schweizer kennen gelernt, die hier eine Bierbrauerei aufbauen helfen. Der eine Deutsche fährt nachher auf Heimaturlaub und bringt mir Rei in der Tube mit. Super! Der Schweizer war ziemlich aufgewühlt und erklärte felsenfest: „Ich fahre jetzt heim und komme nie wieder! NIE WIEDER! Gesehen und abgehakt!“ Die anderen beiden Deutschen haben ähnliche Töne drauf. Ein Schwung Resignation klingt da mit. Mal sehen, ob ich mich auch bald so anhören werde. Aber ich hoffe nicht, das wäre irgendwie trostlos.
Nachtrag: Entweder gibt es in meinem Bett Flöhe oder in meinem Zimmer unauffällige Moskitos. Trotzdem habe ich schon länger nicht mehr so gut geschlafen.
Heute morgen habe ich weitere 10 Minuten mit dem Hotelpersonal diskutiert, um zu erklären, dass ich wahrscheinlich meinen Büroschlüssel in meinem alten Zimmer gelassen habe und ich da jetzt gerne nachschauen würde. Die Menschen waren aber der festen Überzeugung, dass es nur einen Zimmerschlüssel gibt und ich ihn deshalb gar nciht verloren haben kann... Ich bediene mich jetzt einer neuen Sprache: aufmalen. Dann wird nämlich irgendwann auch der Unterschied zwischen dem room key und dem personal office key verständlich... Als ich das dann endlich klar machen konnte, ist also einer mit mir hoch und was sehe ich da? Die Tür war sowieso offen... Lektion gelernt: Erstmal selber machen!
17 Oktober 2008
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